Donnerstag, Januar 26, 2006

Kinder als Admins in der Wikipedia

hallo, liebe freunde der gruselmärchen aus dem reich der deutschen wikipedia,

heute will ich euch erzählen von Leon Weber, einem kindlichen Admin der deutschen Wikipedia. Der kleine Junge ist ein überaus aktives, frühreifes und aktives Kerlchen. Schaut euch auf der deutschen Wikipedia mal die Seite Benutzer:LeonWeber an. Eine tolle Seite, gespickt mit Weltwissen aus allen Teilen des enzyklopädischen Universums und mit noch tolleren Fotos. Selbst als strahlendes Model mit Notebook unterm Arm durfte er sich für die staatstragende Aktion "Wir sind Deutschland" verdingen. die Presse - selbst im fernen Australien - reißt sich um den "dunklen, ruhigen und zurückhaltenden Jungen", so sinngemäß die Süddeutsche Zeitung, aus einem Kaff bei Dresden namens Ottendorf-Okrilla. Seine weisen Ratschläge auf seiner Diskussionsseite sind atemberaubend, er wird sogar als Experte nicht nur in Sachen Diplomarbeiten, sondern auch als Berater in Fragen des Rechts und der Moral konsultiert. Mittlerweile ist das vierzehnjährige pubertierende Kind zum Admin aufgestiegen und genießt dort Respekt und allgemeine Wertschätzung, die gelegentlich in devote Unterwrüfigkeit und Anbetung ausartet. Das Kind durfte sogar eigenständig als offizieller Sprecher der Gemeinde entscheiden, ob im Artikel Michel Friedman von Zwangsprostituierten oder von schnöden Prostituierten die Rede sein soll und muss. Weise entschied das himmlische Kind, Friedman habe mit Zwangsprostituierten verkehrt, alles andere zu behaupten sei Vandalismus und gehöre von der Seite gebannt und gesperrt. Die Gemeinde vernahm es und verneigte sich in Ehrfurcht vor dieser Wikizyklika ex cathedra.

Sind wir Zeugen eines Ereignisses von nahezu welthistorischer Bedeutung? Wird hier gerade ein neuer Buddha der Wikipedia, dem alle Wikipedianer huldigen, geboren? Oder ist das ganze nur ein schnöder Fake aus der Hexenküche des Marketing und der
Manipulation - wer wagt es schon, einem Kind zu widersprechen? Ist es ein mieser Betrug an den tumben Toren und naiven Jüngern der Gemeinde? Ein Werbegag, um Werbeeinnahmen zu erbetteln und zu erbeten?

Der Vater des Jungen soll angeblich ein Infineon-Projektmanager sein, sein "väterlicher Mentor" ist ein gewisser Stefan Kühn, ebenfalls Dresdener und Wikipedianer. Die Außerungen des Jungen sind so altklug, dass sie unmöglich von ihm sein können. Was dahinter steckt, weiß ich noch nicht, ich recherchiere aber fleißig weiter. Die Vermutung einiger Wikipedia-Kritiker - von innen wie von außen - die Wikipedia sei längst von Sekten, politischen Parteien, diversen Pressure Groups, Lobbyisten und Unternehmen unterwandert, wofür speziell engagierte Agenten Badschisch erhielten, halte ich für derzeit noch nicht bewiesen, aber plausibel. Die mehr als fragwürdige Figur des Leon Weber scheint darauf hin zu deuten.

Ich bleibe dran und werde euch weiter informieren.

euer coolgretchen